Deponie HAMBERG . Allgemeine Informationen

Der ehemalige Abbaubereich der Baustoffwerke Mühlacker wurde nach einigen Jahren der Ziegelrohstoffgewinnung zur Deponie umgebaut und im Jahre 1972 seiner neuen Bestimmung übergeben. Wurde in den Jahren bis 1996 noch in größeren Mengen Haus-, Gewerbe- und Sperrmüll aus dem Enzkreis abgelagert, änderte sich dies in den Jahren bis 2005 dahingehend, das die Abfälle nur noch umgeschlagen wurden, und nur noch ein geringer Teil an Schlämmen, Sandfangrückständen, Straßenkehricht abgelagert wurde. Seit 2005 werden nur noch mineralische Abfälle der Deponieklassen I und II gemäß Deponieverordnung abgelagert. Ab dem Sommer 2010 hat der Enzkreis den Betrieb der Deponie HAMBERG an die damals neu gegründete HDG übertragen. Diese hat den Gesellschaftszweck der Restverfüllung der Deponie in ihrem Abschnitt V.

Allgemeines:

Die Deponie HAMBERG dient der Ablagerung mineralischer Abfälle wie z.B. Erde, Bauschutt, Gießereisande, Verbrennungsaschen, Dämmstoffe und asbestfaserhaltiger Abfälle. Der Enzkreis betreibt auf der Deponie in eigener Verantwortung einen Recyclinghof.

Deponiefläche / Auffüllvolumen:

Ursprünglich geplante Ablagerungsfläche: ca.14,5 ha
Planfestgestellte Gesamtfläche mit Wegenetz und Infrastrukturflächen: ca.18 ha
Erschlossen sind zurzeit: ca.14,7 ha
Die maximale Auffüllkapazität beträgt ca. 1,9 Mio. m³
Dies entspricht etwa 2,6 Mio. t Müll
Verfüllt sind davon zurzeit ca. 1,5 Mio.m³

Auffüllhöhe:

Die maximale Auffüllhöhe beträgt ca. 44 m
Der tiefste Punkt der Deponie befindet sich am Wiegehaus auf einer Höhe von 298 m NN
Deponiehochpunkt nach dem Auffüllen 334 m NN

Laufzeit:

Voraussichtlich ab 2018 wird auf der Deponie HAMBERG die Oberflächenabdichtung und sauberer Erdaushub aufgebracht. Darauf werden standortgerechte Bäume und Büsche gepflanzt, damit sich das Deponiegelände wieder in die Landschaft des Naturparks Stromberg-Heuchelberg einfügt. Geplant ist das endgültige Ende des Deponiebetriebs für das Jahr 2022. Auf einer Teilfläche des Geländes wird der Enzkreis ein Entsorgungszentrum zur Wertstoffannahme weiter betreiben.

Abfallablagerungsmengen:

Auf der Deponie HAMBERG wurden im Jahr 2014 etwa 118.200 t Abfälle angeliefert. Davon wurden 108.000 t abgelagert und 10.200 t zur weiteren Verwertung oder Behandlung umgeschlagen.

Anlieferung der Abfälle:

Die Deponie verfügt über eine Wiegeeinrichtung mit einer elektronischen Waage zur Ermittlung des Gewichts der angelieferten Abfalls. Diese befindet sich direkt am Eingang der Deponie. Die Entgelte für die Deponiebenutzung ergeben sich aus der Entgeltliste der HDG. Die Gebühren für die Anlieferungen zum Wertstoffhof werden jährlich vom Kreistag des Enzkreises beschlossen und finden sich in der Abfallwirtschaftssatzung des Enzkreises.

Alle mineralischen Abfälle müssen vor der Anlieferung der HDG angemeldet werden und im Rahmen der grundlegenden Charakterisierung mit chemischen Analysen und Beschreibungen erläutert werden. Nur bei Einhaltung aller Zuordnungswerte der Deponie sowie der Deponieverordnung für Abfälle der Deponieklasse II kann eine Ablagerung erfolgen.

Vor dem Einbau werden die angelieferten Abfälle vom Deponiepersonal nochmals gesichtet und dann ggf. zum Einbau freigegeben. Der Einbau erfolgt in einem Ablagerungskataster und wird kartiert.

Ablagerungsfläche:

Die Deponie ist in 5 Deponieabschnitte unterteilt. Die Abschnitte I und II sind bereits verfüllt und befinden sich in der Stilllegungsphase. Die Abschnitte III und IV sind weitestgehend verfüllt. Auf dem Abschnitt III wird derzeit vom Enzkreis ein Recyclinghof betrieben. Die mineralischen Abfälle werden im Abschnitt V abgelagert.

Umweltschutzmaßnahmen auf der Deponie HAMBERG

Bodenabdichtung und Sickerwasserreinigungsanlage

Die wichtigste Barriere gegen den Austritt von Schadstoffen in die Umwelt ist zweifellos der natürliche geologische Untergrund. Dieser besteht auf der Deponie HAMBERG aus einer 6-20 m mächtigen Tonmergelschicht, die flächig unter dem Ablagerungsbereich vorhanden ist. Technische Abdichtungen sind daher immer nur als zusätzliche Maßnahmen anzusehen.

Diese Abdichtungen bestehen aus folgenden Komponenten:

  • Basisabdichtung mineralischer Art ( toniges Material) 75 cm (aufgebracht in 3 Lagen zu je 25 cm)
  • Bituminöse Tragschicht, 10 cm
  • Asphaltdichtungsschicht, 2x 6 cm
  • Filterkies, 30 cm mit Sickerwasserleitungen

Über der Kiesschicht wird dann der Abfall eingebaut. Bei Regen fließt das Wasser durch den Abfall. Das dabei entstehende Sickerwasser wird in den Entwässerungsleitungen aufgefangen und dem Speicherbecken der Sickerwasserreinigungsanlage zugeführt. Diese Anlage wurde im Jahre 2004 in Betrieb genommen.

Bei der Sickerwasserreinigungsanlage wird das Abwasser in einem physikalischen Prozess so weit gereinigt, dass es unbedenklich in die Kläranlage Heidelsheim des Abwasserverbandes „Weißach- und Saalbachtal“ abgeleitet werden kann. Das beim physikalischen Prozess anfallende Konzentrat wird von Tankwagen abgeholt und in speziellen Abwasserbehandlungsanlagen weiterbehandelt.

Deponiegas und Stromerzeugung

Seit Oktober 2015 erzeugen wir dank eines neuen Gasmotors unseren eigenen Strom und versorgen damit den gesamten Deponiebetrieb vom Betriebsgebäude bis zur Sickerwasser-Reinigungsanlage. Die darüber hinaus erzeugte Strommenge wird ins Netz der EnBW eingespeist.

Entstehung von Deponiegas:
Organische Abfälle, die bis 1996 abgelagert wurden, setzen im Inneren der Deponie einen Gärungsprozess frei. Hierdurch entsteht das Deponiegas, das Methan enthält. Methan ist ein Gas, das neben Kohlendioxid den Treibhauseffekt verstärkt und so zur globalen Erwärmung beiträgt. Daher ist es notwendig frühzeitig einen Weg zu finden, dieses zu reduzieren.

Modernste Technologie:
Dank moderner Deponietechnik gibt es Wege, wie wir das Methangas sicher auffangen und sogar nutzen können: Von 2012 bis 2015 wurde das Deponiegas von einer Schwachgas-Abfackelungsanlage abgesaugt und schadlos entsorgt. Seit 2015 kommt hier ein moderner Gasmotor zum Einsatz, der das Methangas in Strom umwandelt. Die neue Technologie des Motors macht es möglich, selbst mit kleinen Gasmengen und geringer Methankonzentration einen ganzen Deponiebetrieb mit Strom zu versorgen.

Der Gasmotor ist somit ein wichtiger Schritt auch für den Klimaschutz.

Technische Daten:
  • Gaserfassung: 51 Gasdome (35 aktiv), 14 Gasdrainagen (Horizontalsysteme), 6 Gasregel-
    stationen, 1 Hauptgasregelstation
  • Schwachgasabfackelungsanlage (von 2012 bis Oktober 2015): Thermische Leistung 250 KWth, Temperatur≥ 1000° C, Durchsatzmenge in 2014 rund 289.000m³ bzw. 33 m³/h
  • Kleines Blockheizkraftwerk (seit Oktober 2015): Elektrische Leistung 50 kW, Jahreserzeugung ca. 400.000 kWh, Eigenverbrauch der Deponie ca. 130.000 kWh/a